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Umstellung des Bornheimer Wassers schädigt den Wirtschaftsstandort und den städtischen Haushalt

Die von CDU, Grünen und ABB beschlossene komplette Umstellung des Bornheimer Wassers ist nach Ansicht der FDP-Fraktion eine «mutwillige Beschädigung des Wirtschaftsstandorts Bornheim». Alexander Schüller, FDP-Vertreter im Betriebsausschuss des Wasserwerks, weiß nach Gesprächen mit Bornheimer Unternehmern, dass die massive Erhöhung des Wasserpreises bei zahlreichen Firmen zu deutlichen Kostensteigerungen führen wird: «Betriebe mit hohem Wasserverbrauch wie die Konservenfabrik Seidel oder andere Unternehmen der Lebensmittel-Branche müssen nicht nur eine höhere Wasserrechnung, sondern auch eine Umstellung ihrer Rezepturen und Anlagen in Kauf nehmen», berichtet Schüller aus seinen Gesprächen. «Was den Privathaushalt jährlich rund 50 Euro kostet, summiert sich bei großen Betrieben schnell auf einige tausend Euro. Dieses Geld fehlt für Investitionen in Mitarbeiter, Maschinen und Produkte», kritisiert Schüller.
Um ein persönliches Luxusanliegen zu lösen sei die Mehrheit des Rates offenbar bereit, bestehende Bornheimer Firmen zu schädigen und mögliche Neuansiedlungen zu verhindern. «Rohstoff-Kosten sind auch heute noch ein wichtiger Standort-Faktor. Das Bornheimer Wasser ist von hervorragender Qualität und verfügt über eine mittlere Härte, um die man uns in Brühl oder Köln beneidet. Denjenigen, denen das Wasser zu hart ist, steht es frei, sich auf eigene Kosten eine Enthärtungsanlage einzubauen. Das Geld der Allgemeinheit und die Wirtschaftskraft der Stadt dürfen aber auf keinen Fall leiden, um solche persönlichen Befindlichkeiten zu befriedigen», so Schüller weiter.
Auch der Haushalt der Stadt Bornheim würde durch eine Umstellung des Wasserbezugs leiden. Durch das Hallenfreizeitbad, die Turnhallen, Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude seien Stadtbetrieb und Stadt selbst ein großer Verbraucher. «Wir kämpfen gerade bei den Haushaltsberatungen um jeden Cent. Bei der Musikschule ist die Mehrheit im Kulturausschuss zum Beispiel nicht bereit, rund 8.000 Euro mehr zu investieren, aber beim Wasser sorgen die gleichen Parteien dann dafür, dass die Stadt Bornheim sich selbst mit einer saftigen Erhöhung der Rechnung belastet. Das dies nicht mit Verstand zu Ende gedacht ist, fällt wohl jedem auf», findet Schüller. Die FDP werde sich weiter dafür aussprechen, das bewährte Mischverhältnis des Wassers beizubehalten. «Qualität und Preis sind derzeit absolut in Ordnung. Wer an den Ventilen im Wasserwerk herumschrauben will, schädigt die privaten Verbraucher, die Unternehmen und den Haushalt der Stadt», so Schüller abschließend.

Ein Kommentar

  1. Umbach sagt:

    wieder einmal die bewährte verkürzte Sicht der Dinge, natürlich entspricht das Trinkwasser der geforderten Qualität gem. DGVW, das Wasser in den Nachbargemeinden natürlich auch.

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