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FDP enttäuscht über Kehrtwende beim EKZ Roisdorf

Angesichts der erneuten Kehrtwende in der Debatte um das geplante Einkaufszentrum (EKZ) in Roisdorf zeigt sich die FDP-Fraktion enttäuscht über die fehlende Standhaftigkeit der CDU-Fraktion. «Vor der Wahl haben wir gemeinsam mit der CDU in Roisdorf für eine kleinere Lösung geworben – nun sind die Wahlversprechen der Christdemokraten offenbar nichts mehr wert und im Sinne des Investors gibt es grünes Licht für ein großes EKZ», kritisiert Jörn Freynick, planungspolitischer Sprecher der Liberalen. Dass die CDU nach der Königstraßen-Debatte ein weiteres Mal umfalle, sei für ihn nicht zu begreifen, so Freynick weiter: «Ein Großteil der Wähler in Roisdorf und Bornheim, die beiden CDU-Ortsverbände und nicht zuletzt die frisch gewählten Ortsvorsteher Gaby Kretschmer und Elmar Dalitz sind gegen Einbahnstraße und EKZ. Dass die CDU diesen Kurs nicht geschlossen vertreten kann, halten wir für einen klaren Wortbruch gegenüber den Versprechen aus dem Wahlkampf.»

Die Zugeständnisse des Investors, auf die sich die CDU nun berufe, seien verschwindend gering, fasst Freynick zusammen: «Im Kern bleibt es bei mehr Verkehr, einer Lärmbelastung der Anwohner und einer Beschädigung des Zentrums rund um die Königstraße. Wer für diese Pläne seine Hand hebt, hätte das auch schon im Wahlkampf bekennen müssen.» Zudem sei der Kaufpreis für die städtischen Grundstücke immer noch «lächerlich niedrig». Der Investor verdiene sich eine goldene Nase an dem Projekt und die Stadt spendiere ihm Grundstücke zu einem «absurd niedrigen Preis», so Freynick weiter: «Auch das nachgebesserte Angebot ist so gering, dass wir zum Beispiel Neubürgern für diesen Preis keinen einzigen Quadratmeter Bauland verkaufen würden.»

Insgesamt versündigen sich die Befürworter des Projekts nach Ansicht der FDP an der Wohnqualität eines ganzen Stadtviertels, belasten Roisdorf und Bornheim mit mehr Verkehr, schädigen den Einzelhandel in der gesamten Stadt und verschleudern städtisches Vermögen: «Gerade vor dem Hintergrund der Wahlversprechen sollte sich insbesondere die CDU ganz genau überlegen, ob sie ihre Glaubwürdigkeit für einen Investor opfert, der die Stadt schon bei früherer Gelegenheit nach unserer Einschätzung über den Tisch gezogen hat.»

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