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FDP: Bornheim beim Schienenverkehr abgehängt

Gute Nachrichten für Nutzer der Stadtbahn-Linie 18: Aus Richtung Köln kommend gibt es durch den zweigleisigen Ausbau der Strecke in Brühl nun mehr Fahrten und einen dichteren Takt. Gute Nachrichten für alle Nutzer? «Leider nein», kritisiert die FDP-Fraktion Bornheim. «Kurz vor der Stadtgrenze in Brühl-Schwadorf endet die heile Welt», so Alexander Schüller, verkehrspolitischer Sprecher der Freien Demokraten. «Bornheim wird mal wieder beim Schienenverkehr abgehängt», lautet sein Fazit.

Knapp 50.000 Menschen leben in der Stadt Bornheim mitten zwischen Köln und Bonn in einer Boom-Region mit großen Wachstumschancen. Drei Bahnlinien durchqueren die Stadt und bieten theoretisch einen hervorragenden Anschluss in Richtung der Oberzentren. «Die Schienen liegen zwar, aber die Taktzeiten der Bahnen sind völlig unattraktiv», so Schüller. Auf der Linie 18 beginne zwischen Brühl-Schwadorf und Bornheim-Zentrum ein «Niemandsland», kritisiert der Freidemokrat. Abends und am Wochenenden fahren die Bahnen nur stündlich, selbst werktags zu Stoßzeiten ist nur ein 20-Minuten-Takt eingerichtet. Viele eingleisige Abschnitte sorgen außerdem für massive Verspätungen in beiden Richtungen sobald eine Bahn Verspätung hat. «Kein Wunder, dass viele Bürger notgedrungen das Auto nutzen – so macht ÖPNV weder Spaß noch Sinn.»

Auch auf der Linie 16 sei der Takt aus Köln bis Wesseling und von Bonn bis Buschdorf viel attraktiver als in den Bornheimer Rheinorten. Zudem seien die nicht barrierefreien Bahnsteige ein Ärgernis für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen. Auf der DB-Strecke zwischen Köln und Bonn gebe es ebenfalls Probleme, «denn der Regionalexpress rauscht ohne Halt von Bonn nach Brühl durch Bornheim. Umstiegsfreie Fahrten nach Düsseldorf sind für Bornheimer nicht möglich», so Schüller. Dass nur zwei Züge pro Stunde an den Bornheimer Bahnhöfen halten, sei ein schwerer Nachteil.

Auf Antrag der FDP-Fraktion hat der Bornheimer Stadtentwicklungsausschuss bereits beschlossen, dass die Kosten für einen attraktiveren ÖPNV bis zu den Haushaltsberatungen dieses Jahr ermittelt werden sollen. Schüller dazu: «Wer wie Bornheim auf Wachstum und neue Bürger setzt, muss ihnen auch einen leistungsfähigen Schienenanschluss bieten. Es mag zwar günstig für den Haushalt sein, wenn kaum Bahnen in Bornheim halten. Für das Image der Stadt ist das aber langfristig fatal.»

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